Diese Zahl kommt aus einer neuen Metaanalyse, die 20 Studien zusammenrechnet. Und wenn man sie einmal im Kopf hat, sieht man das Weinglas im Hintergrund auf einmal überall - in Szenen, die man schon hundertmal gesehen hat.

Was sie gemacht haben

Das Team hat MEDLINE, PsycINFO und Web of Science durchsucht, nach Studien, die Alkohol in Spielfilmen ausgezählt haben. Zwanzig blieben übrig. Jede davon hatte Filme durchkodiert: kam Alkohol überhaupt vor, in wie vielen Szenen, wie lange war er im Bild. Zusammengerechnet wurde das mit einem Random-Effects-Modell, samt gepoolter Schätzwerte und 95 %-Konfidenzintervallen (KI).

Was sie gefunden haben

Die Zahlen:

  • 84 % der Filme zeigten mindestens einmal Alkohol (95 %-KI: 78-89 %)
  • Greif dir einen beliebigen 5-Minuten-Abschnitt heraus: mit 24 % Wahrscheinlichkeit ist Alkohol im Bild
  • Pro Film waren es im Schnitt 21,3 alkoholbezogene Szenen (95 %-KI: 3,7-46,4)
  • Alkohol war 263 Sekunden pro Film zu sehen. Also gut vier Minuten.

Was das bedeutet

Der Mechanismus, auf den die Autoren verweisen, heißt soziales Modelllernen. Du siehst Figuren beiläufig trinken, ohne dass es sichtbare Folgen hat - und Trinken fühlt sich eben an wie die normalste Sache der Welt. Keine Werbung, kein platziertes Markenlogo. Nur ein Glas, das beim schwierigen Gespräch auf dem Tisch steht, in der Hand der Figur, die du wirklich magst.

Wenn du deinen eigenen Konsum mitschreibst, ist das nützlicher Kontext. Dein Maßstab für „normal“ ist eine Kultur, in der fast durchgehend Alkohol im Bild steht. Das macht noch lange nicht jeden Schluck zum Medieneffekt. Aber es hilft zu wissen, woher dieses Gefühl kommt.

Einschränkungen

Fast alle Studien kamen aus den USA - für andere Filmindustrien sagen die Zahlen wenig. Was als „Alkoholdarstellung“ zählte, war von Studie zu Studie verschieden, und diese Unschärfe steckt mit in den gepoolten Werten. Das Konfidenzintervall bei den Szenen pro Film (3,7 bis 46,4) ist breit genug, um genau das zu zeigen: Diese Zahl ist wacklig. Auf Publikationsbias haben die Autoren nicht formal getestet. Und alle Einzelstudien waren retrospektive Inhaltsanalysen. Sie beschreiben, was im Bild passiert, nicht, was das Zusehen mit dir macht. Dass Exposition das Trinkverhalten tatsächlich verschiebt, zeigen andere Studien, nicht diese.

Quelle: International Journal on Drug Policy, 10.1016/j.drugpo.2026.105246